Da sind wir wieder
Von heute an ist dieses Blog also wieder frei zugänglich. Nach all dem vergangenen Hickhack mögt ihr bitte verzeihen, wenn die Kommentarfunktion nach wie vor ausgeschaltet bleibt. Sicher ist sicher. Wenn auch bei den älteren Postings alles schön ruhig bleibt, wird auch das Kommentieren bald wieder möglich sein. Versprochen.
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Weihnachten
Ja und?
Christen, ich habe einen Vorschlag. Ihr dürft mit den Glocken bimmeln, aber ansonsten lasst ihr mich bitte in Ruhe. Ich will mit euch nichts zu tun haben.
Coca Cola, ich habe einen Vorschlag: Steckt euch euren Weihnachtsmann doch sonst wo hin. Das hat nichts mit Feierlichkeiten und Fest der Liebe und so zu tun, sondern mit knallharten Konsum. Und den kann ich auch den Rest des Jahres haben. Da brauche ich keinen fetten alten Mann in lächerlicher Kluft.
Mitmenschen, ich habe einen Vorschlag: Ihr tut nicht so schockiert, wenn ich sage, dass ich Weihnachten seit Jahren ignoriere und ich mache euch nicht darauf aufmerksam, dass eure Festtagsstimmung pure Heuchelei und Alltagsflucht ist.
Bin ich jetzt genügend Menschen auf die Füße getreten? Wer Nachschlag möchte, bitte einfach melden.
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Ab in die Prärie
Hiermit bekenne ich, dass ich derzeit einem kitschigen Wahn verfallen bin. Wenn ich mal gerade nicht schlafe, arbeite, esse oder Stuhlgang habe, dann schaue ich mir wie eine Bekloppte alle Folgen von „Unsere kleine Farm“ an. Ihr wisst schon, die Ingalls aus Walnut Grove mit Michael Landon als Papa Charles und so. Echt ätzend? Jepp. Und ich stehe dazu!
Ich kann von dieser schönen heilen Welt mit all ihren gelebten christlichen Tugenden momentan einfach nicht genug bekommen. Jedes Mal, wenn ich mir eine neue Folge anmache, freue ich mich schon tierisch auf den berühmten Herzschmerzmoment, der mir vor lauter Rührseligkeit die Tränen in die Augen treibt. Einfach herrlich.
Inzwischen habe ich schon die kompletten Staffeln eins bis vier geschaut. Morgen müsste die Box mit Staffel fünf ankommen. Danach wird aber erst einmal Pause gemacht, denn die sechste Season kommt erst Mitte Februar auf Deutsch raus. Inzwischen gucke ich zwar eh auf Englisch, aber man muss ja mal variieren können.
Insgesamt gibt es übrigens neun Staffeln. Da liegt also noch was vor mir. Ich bin ja sogar schon am Überlegen, ob ich ein paar Artikel für Suite101 zum Thema verzapfen sollte. Lohnen würde sich das allemal.
Und nein, „Die Waltons“ gucke ich nicht. Die sind selbst mir etwas too much. Aber gegen einen farmenden Michael Landon kann ich absolut nichts machen. Dem fliegt mein verkitschtes Herz einfach nur entgegen. Womit ich mich jetzt endlich einmal offiziell geoutet hätte.
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Zielorientiertes Miststück
Auf der Arbeit muss ich mir zwischen zwei Artikeln immer mal kurz die Hirnwindungen frei pusten. Also so für fünf bis zehn Minuten etwas komplett anderes machen, damit die Denke genullt wird und ich mich auf das nächste Thema konzentrieren kann. Am besten eignen sich dafür Browsergames und Co. So spiele ich auf Facebook zum Beispiel „Mafia Wars“ und habe im „Fairy Land“ meinen eigenen kleinen Garten. Vor Kurzem ist dann das eigenständige neue Browsergame „Grepolis“ dazu gekommen. Hier werden weder Mafiosi getötet noch Blumen gewässert, sondern antike griechische Städte errichtet. Macht alles Spaß und ist zudem schön kurzweilig.
Nun habe ich bei den Spielen aber einen gewissen Ehrgeiz entwickelt. In „Mafia Wars“ will ich so viele Jobs wie nur möglich erledigen. In „Fairy Land“ giere ich nach dem nächsten Level. Bei „Grepolis“ möchte ich in meiner Allianz die höchste Punktzahl haben. Na ja, habe ich auch inzwischen. Und zwar mit Abstand.
Neulich telefonierte ich mit meiner besten Freundin T. Die spielt auch die beiden Facebook-Games. Für sie ist es wichtig, dass ihr Garten einfach nur schön aussieht. Ich bin da doch um einiges zielorientierter (was sie mir auch liebevoll vorhielt). Damit kann ich aber ganz gut leben, denn ich erfreue mich ja trotzdem an all diesen Spielereien. Ich bin nun mal ein Menschlein, das auf Leistung und Ergebnisse setzt. Solange ich mich aber auch mal entspannen und einfach so einen Tag verleben kann, ohne etwas produziert zu haben, ist doch noch alles im grünen Bereich, oder?
Und wirklich effektiv sind die Games ja nun wirklich nicht. Sollte ich nicht lieber ein gutes Buch stattdessen lesen? Bestimmt! Sollte ich nicht endlich einmal wieder für Suite101 etwas schreiben? Auf jeden Fall! Verplempere ich im Netz vielleicht unnütz meine Zeit? Ganz gewiss! Aber es macht einfach viel zu viel Spaß als dass ich damit aufhören würde. Und seitdem ich spiele, behauptet mein Kollege, dass ich vielleicht doch ein ganz normaler Mensch sein könnte. Wenn der wüsste! Aber Tarnung ist ja bekanntlich alles, oder?
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Jetzt gelesen (22)
„Barack Obama. Der schwarze Kennedy“ von Christoph von Marschall
Diese Mischung aus Biografie und politischer Analyse ist wirklich gelungen. Obama-Biografien gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Von Marschall wollte sich davon ein wenig absetzen und hat deswegen zusätzlich erklärt, warum ausgerechnet Obama als Politiker derart erfolgreich ist, wie man seine Anziehungskraft begründen kann und wie es dazu kam, dass er der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist. Enorm interessant und kurzweilig das.
„Die Arena“ von Stephen King
Da hätten wir also endlich das neuste Werk vom Horrormeister. Die Geschichte dürfte allen Haushofer-Lesern von „Die Wand“ bekannt vorkommen: Aus dem Nichts senkt sich eine unsichtbare Kuppel über eine amerikanische Kleinstadt und schneidet sie vom Rest der Welt ab. Während draußen das Militär nach Lösungen sucht und von einem Terrorakt ausgeht, eskaliert in der Arena die Situation, denn habgierige Menschen wie der Stadtverordnete Rennie versuchen, die Situation zu ihren Gunsten auszunutzen … Klingt ein wenig wie „Die Wand“, ist aber letztlich viel besser und spannender. Außerdem hatte King 1976 die Idee zuerst. Leider hat er den Roman jetzt erst beenden können, denn damals war das Sujet einfach noch zu groß für ihn. Vielleicht aber auch ganz gut so, denn jetzt hat er die Handlungsstränge voll im Griff und bereitet seinen Fans einen absolut genialen Lesegenuss damit. Ich habe diesen Roman besonders langsam gelesen, damit die Geschichte nicht so schnell zu Ende geht. Das will bei mir wirklich eine Menge heißen!
„Das Geheimnis des 13. Apostels“ von Michel Benoît
Jesus hatte eigentlich 13 Jünger, wurde nicht von Judas verraten, dafür aber nach dem Ableben ideologisch von Petrus missbraucht. Gleich drei althergebrachte Hypothesen, die in diesem Roman zur Geltung kommen. Nur eben, dass hier auch noch das Judentum und der Islam ein wenig mitmischen. Wirklich neu ist das nicht. Und spannend schon einmal gar nicht. Besonders lächerlich sind die Pseudo-Realitätsbezüge, in denen aus einem Kardinal Ratzinger einfach ein Kardinal Catzinger gemacht wird. Im Ernst jetzt, auch bei Bibelthrillern sollte ein Autor mehr Fantasie aufbringen.
„Gnosis“ von Adam Fawler
Dass es auf der Welt viele ungewöhnliche Empathen gibt, ist ja hinlänglich bekannt. Fawler hat bei seinen fünf Protagonisten die Empathie einfach noch ein wenig verstärkt. Damit können sie quasi jedem Menschen auf der Welt Gefühle ins Gemüt diktieren. Das allein ist ja schon recht interessant, doch der Autor macht es auch noch spannend, denn der stärkste Empath tritt hier gegen den Rest der Bagage an, indem er das Ende der Welt zu verursachen… Echt grausam, wie menschlich hier die Seelenabgründe rüberkommen. Und dann sind auch noch viele philosophische Passagen dabei. Das war genau die richtige Lektüre für einen fröstelnden Sonntag.
„Der dunkle Wächter“ von Carlos Ruiz Zafón
Nach „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ (beide phänomenal!) giert die deutsche Leserschaft nach weiteren Büchern des Autors. Für Erwachsene hat er aber nur diese beiden Romane geschrieben. Kein Problem für den Fischer-Verlag. Der kramt jetzt einfach die Bücher für Jugendliche aus den Archiven und verfüttert sie Häppchenweise als All-Age-Mystery an den hungrigen Markt. Blöd nur, dass sich die Lektüre nicht wirklich lohnt. So gut Zafón auch mit seinen Erwachsenenromanen ist, bei den Jugendlichen stinkt er gnadenlos ab. Deswegen gibt es an dieser Stelle auch nix zum Inhalt zu lesen. Einfach auf den nächsten richtigen Roman des Schriftstellers warten.
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Mahnt die Ehre
Fast jede Stadt hat ihre Ehrendenkmäler, auf denen viele Namen stehen. Namen von Menschen, die in den Weltkriegen umgekommen sind. Vorwiegend tapfere kleine und große Soldaten. Täter eben. Kaum Opfer. Da bleibt es meist nicht aus, dass auf all diesen funkelnden Plaketten auch ziemlich viele Nazis zu finden sind. Und die sollen wir ehren? Also bitte! Geht gar nicht! Täter sind Täter. Keine Helden. Runter mit ihnen von den Plaketten. Und wenn das die Stadt zu teuer kommt, dann muss man eben umtaufen. Was wir brauchen, sind keine Ehrendenkmäler, sondern Mahnmäler. Mahnt die Generationen der Zukunft vor den Fehlern der Vergangenheit. Haltet die Geschichte lebendig und verharmlost sie nicht mit sentimentalem Geseiere!
Während meiner Weihnachtsferien werde ich mal schauen, wie viele Verbrecher bei uns in Delmenhorst auf der Plakette stehen. Da lässt sich doch bestimmt eine nette kleine Aktion planen, die für die städtischen Pressekollegen ein gefundenes Fressen sein dürfte. Zuvor muss ich damit aber unserem Rat auf den Sack gehen. Immer schön den Dienstweg einhalten, wenn man schmerzender Stachel in ignorantem Fleisch spielen möchte. Gelle?
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